Regenwasser sammeln und nutzen: Der ultimative Leitfaden für Garten und Haushalt
Wasser ist Leben - doch in Zeiten des Klimawandels wird diese Ressource immer kostbarer. Längere Trockenperioden wechseln sich mit Starkregenereignissen ab, und die Trinkwasserpreise steigen kontinuierlich. Gleichzeitig fließt wertvolles Regenwasser ungenutzt in die Kanalisation, obwohl es sich hervorragend für Garten und Haushalt eignen würde.
Die gute Nachricht: Regenwasser sammeln ist einfacher als Sie denken. Mit den richtigen Systemen wie Regenwasserpumpen, Nutzungsanlagen und Filtern verwandeln Sie kostenloses Regenwasser in eine nachhaltige Ressource für Ihren Alltag. In diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie über das Sammeln, Speichern und Nutzen von Regenwasser wissen müssen - von der einfachen Regentonne bis zur vollautomatischen Anlage.
Warum Regenwasser sammeln? Die überzeugenden Vorteile
Schonung der Grundwasserreserven
Jeder Liter Regenwasser, den Sie nutzen, entlastet die kommunalen Wasserwerke und schont wertvolle Grundwasserreserven. In Deutschland werden jährlich rund 45 Liter Trinkwasser pro Person und Tag für die Gartenbewässerung verwendet - Wasser in Trinkwasserqualität, das dafür eigentlich viel zu wertvoll ist.
Erhebliche Kostenersparnis
Die Zahlen sprechen für sich: Eine vierköpfige Familie kann durch konsequente Regenwassernutzung bis zu 50% ihrer Wasserkosten einsparen. Bei durchschnittlich 2 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser summiert sich das schnell auf mehrere hundert Euro pro Jahr. Besonders bei der Gartenbewässerung macht sich die Ersparnis bemerkbar.
Moderne Lösungen wie die BOSCH GardenPump 18V-2000 fördern das gesammelte Wasser effizient genau dorthin, wo Sie es benötigen. Für größere Haushalte bietet sich die Wilo Rain3-45 EM Regenwassernutzungsanlage an, die eine vollautomatische Integration ins Hauswassersystem ermöglicht.
Bessere Pflanzenqualität
Regenwasser ist weich, kalkfrei und hat die ideale Temperatur für Pflanzen. Ihre Pflanzen werden es Ihnen mit kräftigem Wachstum und gesundem Aussehen danken. Gerade kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendron, Hortensien oder Heidelbeeren gedeihen mit Regenwasser deutlich besser.
Aktiver Umweltschutz
Durch das Sammeln von Regenwasser verringern Sie nicht nur Ihren ökologischen Fußabdruck, sondern entlasten auch die Kanalisation bei Starkregen. Das hilft, Überschwemmungen in städtischen Gebieten zu verhindern.
Verschiedene Methoden des Regenwassersammelns
Oberirdische Systeme: Die klassische Regentonne
Die bewährte Regentonne ist der Einstieg in die Regenwassernutzung. Moderne Regenwassertonnen gibt es in verschiedenen Größen von 200 bis 1.000 Litern und Designs - von rustikalem Holzfass-Look bis zu platzsparenden, eckigen Wandtanks.
Vorteile:
- Kostengünstige Anschaffung (ab 50 Euro)
- Einfache Installation ohne Erdarbeiten
- Flexibel platzierbar
- Ideal für kleine Gärten und Balkone
Zu beachten:
- Begrenztes Fassungsvermögen
- Frostgefahr im Winter
- Regelmäßige Reinigung notwendig
Unterirdische Systeme: Zisternen und Erdtanks
Für größere Wassermengen sind unterirdische Zisternen die optimale Lösung. Mit Volumina von 3.000 bis 10.000 Litern bieten sie erhebliche Speicherkapazitäten, ohne wertvollen Platz im Garten zu beanspruchen.
Die Wilo Rain3-24 EM Regenwassernutzungsanlage ist speziell für mittlere bis große Haushalte konzipiert und ermöglicht die Nutzung von Regenwasser für WC-Spülung und Waschmaschine.
Vorteile:
- Große Speicherkapazität
- Frostsicher
- Unauffällig und platzsparend
- Konstante Wassertemperatur
Zu beachten:
- Höhere Anschaffungskosten (ab 1.500 Euro)
- Erdarbeiten erforderlich
- Eventuell Baugenehmigung notwendig
Regensammler und Fallrohre: Effiziente Wassergewinnung
Regensammler werden direkt in das Fallrohr integriert und leiten einen Teil des Regenwassers automatisch in Ihre Speichersysteme. Sie sind das Herzstück jeder Regenwassernutzung.
Der BOSCH Filter für Regenwasser sorgt dabei von Anfang an für sauberes Wasser, indem er Laub, Schmutz und grobe Partikel herausfiltert - die Grundlage für langlebige Pumpen und hygienisch einwandfreies Wasser.
Planung und Installation: Schritt für Schritt zum eigenen System
Standortwahl: Der richtige Platz für Ihr System
Die Platzierung Ihres Regenwassersystems entscheidet über dessen Effizienz:
Für Regentonnen:
- Direkter Anschluss an ein Fallrohr
- Ebener, stabiler Untergrund (wichtig bei vollem Gewicht)
- Möglichst nah am Verbrauchsort
- Bei mehreren Tonnen: Verbindung durch Überlaufschläuche
Für Zisternen:
- Mindestabstand zum Gebäude: 2 Meter
- Tragfähiger Untergrund, eventuell Kiesbett
- Zulauf vom Dach möglichst kurz halten
- Zugang für Wartung einplanen
Benötigte Materialien und Komponenten
Ein funktionierendes Regenwassersystem besteht aus mehreren Komponenten:
- Sammelsystem (Regentonne oder Zisterne)
- Regensammler mit Filter für das Fallrohr
- Regenwasserpumpe zur Wasserentnahme
- Überlaufschutz zur Ableitung von überschüssigem Wasser
- Schläuche oder Rohrleitungen
- Optional: Wasserstandsanzeiger, Frostschutz, Automatisierung
Praktische Installationstipps
Filterung von Anfang an: Installieren Sie bereits am Fallrohr einen Filter, um groben Schmutz fernzuhalten. Dies verlängert die Lebensdauer Ihrer Pumpe und hält das Wasser sauberer.
Höhe nutzen: Je höher die Regentonne steht, desto besser ist der natürliche Wasserdruck. Ein Podest aus Betonsteinen oder Holzbalken hilft.
Überlauf planen: Jedes System braucht einen Überlauf, der überschüssiges Wasser sicher ableitet - idealerweise in einen Versickerungsbereich oder einen zweiten Speicher.
Entnahmehöhe: Platzieren Sie den Wasserhahn oder die Pumpe etwa 10 cm über dem Boden der Tonne, damit sich Sedimente am Boden absetzen können.
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Nutzung des gesammelten Regenwassers
Gartenbewässerung: Der Haupteinsatzbereich
Für die Gartenbewässerung ist Regenwasser ideal. Eine leistungsstarke Regenwasserpumpe transportiert das Wasser bequem auch zu weiter entfernten Beeten oder zu Sprinklersystemen. Achten Sie darauf, dass die Pumpe genügend Druck für Ihre Bewässerungslösung aufbaut.
Gießtipps mit Regenwasser:
- Morgens oder abends gießen (weniger Verdunstung)
- Lieber seltener, dafür durchdringend
- Direkt an die Wurzeln, nicht über die Blätter
- Mulchen spart zusätzlich Wasser
Haushaltsnutzung: WC und Waschmaschine
Etwa 50% des häuslichen Wasserverbrauchs ließe sich durch Regenwasser decken. Besonders WC-Spülung (rund 30 Liter pro Person täglich) und Waschmaschine sind prädestiniert für Regenwassernutzung.
Eine professionelle Regenwassernutzungsanlage trennt das Regenwassersystem vollständig vom Trinkwassernetz und schaltet bei leerem Tank automatisch auf Trinkwasser um. Der BOSCH Filter für Regenwasser gewährleistet dabei die nötige Wasserqualität und schützt Ihre Haushaltsgeräte vor Verschmutzungen.
Wichtig für die Haushaltsnutzung:
- Getrennte Leitungsnetze für Trink- und Regenwasser
- Kennzeichnung aller Regenwasser-Entnahmestellen
- Regelmäßige Wartung und Reinigung
- Installation nur durch Fachbetrieb
Weitere Einsatzmöglichkeiten
Regenwasser eignet sich auch für:
- Autopflege und Fensterreinigung (kalkfrei = streifenfrei)
- Teichbefüllung
- Bewässerung von Zimmerpflanzen
- Reinigung von Gartenmöbeln und Terrassen
Probleme und Lösungen: So vermeiden Sie typische Fehler
Problem: Überlaufen bei Starkregen
Lösung: Installieren Sie einen Überlaufschutz, der überschüssiges Wasser kontrolliert ableitet. Bei Zisternen sollte der Überlauf in eine Versickerungsmulde oder den Kanal führen. Regentonnen können Sie in Reihe schalten, sodass sich bei vollem ersten Tank automatisch die nächste Tonne füllt.
Problem: Frost im Winter
Lösung: Oberirdische Tonnen müssen vor dem ersten Frost entleert werden. Alternativ:
- Frostfeste Materialien wählen (PE-Kunststoff)
- Tonnen mit Isolierung ummanteln
- Komplett entleeren und mit Abdeckung schützen
- Bei unterirdischen Systemen: Einbau unterhalb der Frostgrenze (80-100 cm Tiefe)
Tipp: Nutzen Sie spezielle Winterabdeckungen für Regentonnen, die gleichzeitig vor Verschmutzung schützen.
Problem: Verunreinigung und Algenbildung
Lösung: Mehrfacher Schutz ist entscheidend:
- Filter am Einlauf: Verhindert das Eindringen von Laub und grobem Schmutz
- Lichtundurchlässige Behälter: Stoppt Algenwachstum
- Abdeckung: Schützt vor Insekten und Verunreinigungen
- Regelmäßige Reinigung: Mindestens einmal jährlich gründlich ausspülen
- Erste Spülung: Die ersten Liter bei Regenbeginn nicht sammeln (Dachreinigung)
Problem: Mückenplage
Lösung: Mücken brauchen stehendes, offenes Wasser zur Eiablage. Mit einer dichten Abdeckung und feinmaschigen Netzen an allen Öffnungen verhindern Sie die Vermehrung zuverlässig.
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Rechtliche Aspekte und Genehmigungen
Wann ist eine Genehmigung erforderlich?
Die rechtlichen Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune:
Generell genehmigungsfrei:
- Kleine Regentonnen bis 1.000 Liter
- Ausschließliche Nutzung im Garten
- Keine Ableitung ins Grundwasser
Genehmigungspflichtig können sein:
- Zisternen ab 50 Kubikmetern
- Versickerungsanlagen
- Einleitung in Gewässer
- Nutzung im Haushalt (separate Leitungen)
Wichtig: Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über die spezifischen Anforderungen. Viele Kommunen fördern Regenwassernutzung sogar finanziell oder gewähren Abwassergebühren-Ermäßigungen.
Trinkwasserschutz und Hygiene
Bei der Haushaltsnutzung gilt: Absolut getrennte Systeme! Regenwasser und Trinkwasser dürfen niemals in Kontakt kommen. Alle Regenwasser-Entnahmestellen müssen deutlich gekennzeichnet sein mit: "Kein Trinkwasser".
Versicherungstechnische Überlegungen
Prüfen Sie Ihre Wohngebäudeversicherung:
- Sind Schäden durch auslaufende Zisternen abgedeckt?
- Greift die Elementarschadenversicherung?
- Benötigen größere Anlagen eine Zusatzversicherung?
Bei fachgerechter Installation und regelmäßiger Wartung sind Schäden jedoch äußerst selten.
Fazit: Regenwassernutzung ist einfacher als gedacht
Regenwasser sammeln ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Sie sparen Geld, schonen die Umwelt und profitieren von gesünderen Pflanzen - eine Win-Win-Situation für Sie und die Natur.
Der Einstieg gelingt bereits mit einer einfachen Regentonne am Fallrohr. Wer mehr möchte, investiert in professionelle Regenwasserpumpen, leistungsstarke Regenwassernutzungsanlagen und hochwertige Filter, die eine effiziente, hygienische und komfortable Nutzung über viele Jahre gewährleisten.
Die Investition amortisiert sich durch die Wasserersparnis meist innerhalb weniger Jahre - und Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Grundwasserschutz. Beginnen Sie noch heute mit der Planung Ihres Regenwassersystems. Die Natur und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken!
Häufig gestellte Fragen
Was kann ich machen, wenn die Regentonnen voll sind und es weiter regnet?
Installieren Sie einen Überlauf, der das überschüssige Wasser in den Garten oder die Kanalisation leitet. Ideal ist eine zweite Tonne, die sich automatisch über einen Verbindungsschlauch füllt.
Ist es erlaubt, Regenwasser auf dem Balkon zu sammeln?
Grundsätzlich ja, aber beachten Sie: Sie dürfen keine Nachbarn durch ablaufendes Wasser stören. Verwenden Sie kompakte Balkon-Regentonnen (50-100 Liter) und prüfen Sie die Statik.
Welche Alternativen gibt es zur Regentonne?
IBC-Container (platzsparend und stapelbar), Wandtanks (schmal für enge Bereiche), Erdtanks (unsichtbar) oder flexible Wassersäcke für temporäre Nutzung.
Wie viel Regenwasser darf ich auffangen?
Private Haushalte dürfen in Deutschland unbegrenzt Regenwasser sammeln, solange es auf dem eigenen Grundstück genutzt wird und keine Gewässerverunreinigung erfolgt.
Wie kann man Regenwasser ohne Regenrinne auffangen?
Mit Auffangplanen unter der Dachtraufe, speziellen Regenketchen, die Wasser in Behälter leiten, oder durch das Sammeln von Terrassenflächen über ein Gefälle.
Wo darf Regenwasser abgeleitet werden?
Überschüssiges Regenwasser sollte versickern (z.B. in Kiesbeet) oder in die Kanalisation eingeleitet werden. Die direkte Einleitung in Gewässer ist meist genehmigungspflichtig.
Wird Regenwasser in der Tonne schlecht?
Bei richtiger Lagerung (dunkel, kühl, abgedeckt) bleibt Regenwasser monatelang nutzbar. Riecht es muffig oder ist es trüb, sollten Sie es entsorgen und die Tonne reinigen.




