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Haus renovieren – Schritt-für-Schritt Anleitung, Tipps und Kosten im Überblick

13.01.2026
17 min.
Von Baumarkt Redaktion

Ein altes Haus ist mehr als nur vier Wände - es ist ein Versprechen voller Potenzial. Unter abgenutzten Oberflächen, veralteten Installationen und renovierungsbedürftigen Räumen verbirgt sich oft ein wahres Traumhaus, das nur darauf wartet, zum Leben erweckt zu werden. Ob Sie gerade ein älteres Haus gekauft haben oder Ihr langjähriges Zuhause in neuem Glanz erstrahlen lassen möchten: Eine durchdachte Renovierung steigert nicht nur den Wohnkomfort und die Energieeffizienz, sondern auch den Wert Ihrer Immobilie erheblich.

Der Weg zur erfolgreichen Hausrenovierung mag auf den ersten Blick überwältigend erscheinen. Doch mit der richtigen Planung, realistischer Budgetierung und einem klaren Konzept verwandeln Sie selbst das vernachlässigtste Haus Schritt für Schritt in Ihr persönliches Wohlfühlparadies. In diesem umfassenden Ratgeber führen wir Sie durch alle wichtigen Phasen Ihrer Renovierung - von der ersten Bestandsaufnahme über die Priorisierung der Maßnahmen bis hin zu konkreten Kostenschätzungen und wertvollen Spartipps.

Wichtig zu wissen: Wir unterscheiden zwischen Renovierung und Sanierung. Während eine Renovierung in erster Linie optische Verbesserungen und kleinere Instandsetzungen umfasst, geht eine Sanierung deutlich tiefer und betrifft die Bausubstanz selbst.

 

Werkzeuge und Materialien für Heimwerker, um ein Projekt zu starten, umgeben von einer ausgeschnittenen Kartonhausform.

 

Haus renovieren vs. Haus sanieren - Was ist der Unterschied?

Bevor Sie mit Ihrem Projekt starten, sollten Sie den grundlegenden Unterschied zwischen Renovierung und Sanierung verstehen - denn davon hängen Umfang, Kosten und Genehmigungspflichten ab.

Renovierung: Auffrischung und Modernisierung

Eine Renovierung zielt darauf ab, das Haus aufzufrischen und den Wohnkomfort zu steigern, ohne in die Bausubstanz einzugreifen. Typische Renovierungsmaßnahmen sind:

  • Wände streichen und tapezieren
  • Fußböden erneuern (Laminat, Parkett, Fliesen verlegen)
  • Türen und Fenster austauschen
  • Badezimmer modernisieren ohne Grundrissänderung
  • Küche erneuern
  • Oberflächliche Schönheitsreparaturen

Diese Arbeiten können Sie häufig selbst durchführen oder mit überschaubarem Budget von Fachleuten erledigen lassen. Genehmigungen sind in der Regel nicht erforderlich.

Sanierung: Substanzielle Verbesserungen

Eine Sanierung geht weiter und behebt strukturelle Mängel oder modernisiert die gesamte Haustechnik. Dazu gehören:

  • Erneuerung der Elektro- oder Sanitärinstallation
  • Austausch von Heizungsanlagen
  • Dachdämmung und Fassadensanierung
  • Behebung von Feuchtigkeitsschäden
  • Statische Verstärkungen
  • Grundrissveränderungen

Sanierungen sind meist genehmigungspflichtig, erfordern Fachbetriebe und fallen deutlich kostenintensiver aus. Dafür gibt es jedoch attraktive Fördermöglichkeiten, besonders bei energetischen Sanierungen.

So planst du deine Hausrenovierung richtig

Eine erfolgreiche Renovierung beginnt nicht mit dem ersten Hammerschlag, sondern mit sorgfältiger Planung. Diese Phase entscheidet darüber, ob Ihr Projekt im Zeitplan und Budget bleibt oder zum finanziellen Abenteuer wird.

Bestandsaufnahme und Zustand des Hauses prüfen

Der erste und wichtigste Schritt: Verschaffen Sie sich einen ehrlichen, umfassenden Überblick über den Zustand Ihres Hauses. Gehen Sie systematisch durch alle Räume und notieren Sie:

Offensichtliche Mängel:

  • Risse in Wänden oder Decken
  • Feuchtigkeitsflecken und Schimmel
  • Beschädigte Fenster und Türen
  • Abgenutzte Böden
  • Veraltete Sanitäranlagen

Versteckte Problemzonen:

  • Zustand der Elektroinstallation (sind noch alte Steckdosen und Schalter vorhanden?)
  • Wasserleitungen (Kupfer oder alter Stahl, der rosten könnte?)
  • Heizungsanlage (Alter und Effizienz)
  • Dachdämmung und -zustand
  • Kellerfeuchtigkeit

Professionelle Begutachtung einholen

Gerade bei älteren Häusern (Baujahr vor 1980) empfiehlt sich dringend die Beauftragung eines Bausachverständigen oder Energieberaters. Diese Investition von 500 bis 1.500 Euro kann Sie vor bösen Überraschungen bewahren und identifiziert verborgene Mängel wie:

  • Asbest in alten Dachplatten oder Fußböden
  • Holzschädlinge im Dachstuhl
  • Feuchtigkeitsschäden in den Außenwänden
  • Unzureichende Statik bei geplanten Umbauten
  • Energetische Schwachstellen

Ein professionelles Gutachten gibt Ihnen zudem eine solide Grundlage für Ihre Kostenplanung und hilft bei der Priorisierung der Maßnahmen.

Budget definieren

Jetzt wird es konkret: Wie viel möchten und können Sie investieren? Die Renovierungskosten variieren extrem je nach Umfang, Eigenleistung und gewählten Materialien.

Softe Renovierung (500-5.000 €)

Ideal für frisch renovierte Häuser, die nur noch Ihren persönlichen Touch brauchen:

  • Wände streichen und tapezieren (Material: 200-500 €)
  • Kleinere Ausbesserungen
  • Neue Beleuchtung und Dekoration
  • Gartengestaltung
  • Auffrischung von Böden durch Abschleifen

Diese Arbeiten können Sie größtenteils selbst erledigen und sparen dadurch 50-70% der Kosten.

Teilrenovierung (5.000-20.000 €)

Für Häuser mit punktuellem Modernisierungsbedarf:

  • Fenster austauschen (3.000-8.000 €)
  • Badezimmer teilweise erneuern (4.000-8.000 €)
  • Neue Haustür mit Wärmedämmung (1.500-3.000 €)
  • Heizungspumpe austauschen (800-1.200 €)
  • Böden in mehreren Räumen erneuern (2.000-5.000 €)

Hier empfiehlt sich eine Mischung aus Eigenleistung und Fachbetrieben für komplexere Arbeiten.

Kernsanierung (20.000-50.000 € und mehr)

Für umfassende Modernisierungen mit strukturellen Änderungen:

  • Komplette Badsanierung (10.000-20.000 €)
  • Neue Heizungsanlage (10.000-15.000 €)
  • Elektroinstallation erneuern (5.000-10.000 €)
  • Dachdämmung (8.000-15.000 €)
  • Fassadensanierung (15.000-30.000 €)

Bei diesem Umfang sind Fachbetriebe unverzichtbar, doch dafür winken attraktive KfW-Förderungen von bis zu 45% der Kosten bei energetischen Sanierungen.

Finanzierungspuffer einplanen

Erfahrene Renovierer empfehlen, mindestens 15-20% Puffer für unvorhergesehene Kosten einzuplanen. Öffnen Sie eine alte Wand, kommen oft zusätzliche Arbeiten ans Licht.

Dauer der Renovierung

Der Zeitrahmen Ihrer Renovierung hängt von Umfang, Eigenleistung und Verfügbarkeit von Handwerkern ab.

Kurze Projekte (1-2 Wochen)

  • Malerarbeiten in mehreren Räumen
  • Laminatboden verlegen
  • Einzelne Fenster austauschen
  • Oberflächliche Verschönerungen

Mittlere Projekte (1-3 Monate)

  • Komplette Badsanierung
  • Küchenerneuerung
  • Alle Fenster und Türen austauschen
  • Heizungsmodernisierung

Umfassende Projekte (3-12 Monate)

  • Kernsanierung mit Elektro- und Sanitärerneuerung
  • Dachsanierung mit Dämmung
  • Grundrissveränderungen
  • Fassadensanierung

Tipp: Planen Sie großzügig und berücksichtigen Sie Lieferzeiten für Materialien (aktuell oft 4-8 Wochen) sowie die Auftragslage von Handwerkern. In Ballungsräumen kann es Monate dauern, bis ein Fachbetrieb verfügbar ist.

Werkzeuge und Sicherheitsausrüstung für Malerarbeiten, darunter ein Schutzhelm, Farbrollen und Maßband.

 

Die 5 wichtigsten Renovierungsbereiche in deinem Haus

1. Wände und Böden renovieren

Wände und Böden prägen den ersten Eindruck jedes Raumes und sind gleichzeitig die dankbarsten Renovierungsobjekte - mit relativ überschaubarem Aufwand erzielen Sie eine dramatische Verwandlung.

Wände gestalten

Beginnen Sie mit der Vorbereitung: Alte Tapeten müssen restlos entfernt werden (Tipp: Mit Tapetenlöser und Dampfgerät geht es deutlich leichter). Risse und Löcher spachteln Sie mit Füllmasse, anschließend folgt ein feiner Glattschliff. Dann haben Sie die Wahl:

  • Streichen: Modern, pflegeleicht und in unzähligen Farben erhältlich. Hochwertige Farben kosten 30-50 € pro 10 Liter, decken aber besser und sind langlebiger.
  • Tapezieren: Strukturtapeten oder moderne Vliestapeten bringen Tiefe und Charakter in den Raum.
  • Spachteltechniken: Mineralputze oder Stucco-Optiken schaffen edle, individuelle Oberflächen (erfordern jedoch handwerkliches Geschick).

Kosten Wandgestaltung: 5-15 € pro m² in Eigenleistung, 20-40 € pro m² mit Malerbetrieb.

Böden erneuern

Der richtige Bodenbelag verändert die Raumwirkung und den Wohnkomfort grundlegend:

  • Laminat: Preiswert (15-35 € pro m²), pflegeleicht, große Designvielfalt. Ideal für Wohn- und Schlafzimmer.
  • Parkett: Hochwertig (40-100 € pro m²), warm, langlebig und mehrfach abschleifbar. Wertet jeden Raum auf.
  • Fliesen: Robust (20-80 € pro m²), ideal für Bad, Küche und Eingangsbereich. Fußbodenheizung-geeignet.
  • Vinyl/Designboden: Moderne Alternative (25-50 € pro m²), wasserfest, angenehm fußwarm, einfach zu verlegen.

Bevor Sie den neuen Boden verlegen, muss der alte Belag entfernt werden. Hier hilft der BOSCH PRO SDS plus Bodenschaber beim professionellen Entfernen von alten Fliesenresten, Kleberrückständen oder Estrichschichten - ein unverzichtbares Werkzeug für die gründliche Bodenvorbereitung.

Dauer: Ein 20 m² Raum lässt sich an einem Wochenende komplett neu gestalten (Wände + Boden).

2. Fenster und Türen austauschen

Alte Fenster sind wahre Energiefresser und können bis zu 25% Ihrer Heizkosten verursachen. Moderne Fenster mit Dreifachverglasung reduzieren nicht nur Ihre Energierechnung drastisch, sondern verbessern auch den Schallschutz und die Sicherheit.

Moderne Fenstertechnologie

Achten Sie beim Fensterkauf auf folgende Werte:

  • U-Wert: Unter 1,0 W/(m²K) für gute Wärmedämmung
  • Schallschutzklasse: Mindestens 3 bei Straßenlärm
  • Sicherheit: Pilzkopfverriegelung gegen Einbruch

Hochwertige Fenster wie das ACO Nebenraumfenster mit Kippflügel weiß oder das ACO Nebenraumfenster mit Kippflügel braun bieten hervorragende Isolierwerte und sind ideal für Kellerräume, Garagen oder Nebengebäude - langlebig, pflegeleicht und zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Türen mit Mehrwert

Die Haustür ist Ihre erste Verteidigungslinie gegen Einbrecher und Kälte. Moderne Eingangstüren bieten:

  • Widerstandsklasse RC2 oder höher
  • U-Wert unter 1,0 W/(m²K)
  • Mehrfachverriegelung
  • Schönes Design als Visitenkarte Ihres Hauses

Kosten Fenster: 400-800 € pro Fenster mit Einbau, für ein Einfamilienhaus rechnen Sie mit 6.000-12.000 € gesamt.

Kosten Haustür: 2.000-5.000 € inklusive fachgerechtem Einbau.

Dauer: Professionelle Fensterbauer tauschen ein komplettes Haus (10-15 Fenster) in 2-3 Tagen aus.

Förderung: Für energetische Fenstersanierung erhalten Sie bis zu 20% Zuschuss über die KfW.

3. Heizsysteme und Elektroinstallation modernisieren

Heizung: Der Energiefresser Nummer 1

Eine veraltete Heizungsanlage (älter als 15 Jahre) verschwendet bares Geld. Moderne Systeme sind nicht nur effizienter, sondern auch umweltfreundlicher und werden großzügig gefördert.

Ihre Optionen:

  • Gas-Brennwertheizung: Bewährte Technik, moderate Kosten (8.000-12.000 €), zuverlässig
  • Wärmepumpe: Zukunftssicher, extrem effizient, höhere Anschaffung (15.000-25.000 €), aber bis zu 45% Förderung
  • Pelletheizung: Nachwachsende Rohstoffe, unabhängig von fossilen Brennstoffen (15.000-20.000 €)
  • Hybridheizung: Kombination verschiedener Systeme für maximale Flexibilität

Vergessen Sie nicht die Heizkörper selbst - moderne Modelle verteilen die Wärme effizienter und sehen dabei noch gut aus. Flachheizkörper passen perfekt in moderne Wohnkonzepte, während Designheizkörper im Bad zum echten Blickfang werden.

Elektroinstallation ins 21. Jahrhundert bringen

Wenn Ihre Elektrik noch aus den 1970er Jahren stammt, wird es höchste Zeit für eine Modernisierung. Nicht nur aus Komfortgründen, sondern auch aus Sicherheitsgründen:

  • Alte Leitungen ohne Erdung sind brandgefährlich
  • Zu wenige Steckdosen führen zu Mehrfachsteckern (Überlastungsgefahr)
  • Veraltete Sicherungen bieten unzureichenden Schutz

Moderne Elektroausstattung umfasst:

  • Ausreichend Steckdosen (mindestens 10 pro Raum)
  • FI-Schutzschalter für alle Stromkreise
  • Netzwerkverkabelung (LAN) in allen wichtigen Räumen
  • Vorbereitung für Smart Home (dimmbare Beleuchtung, steuerbare Steckdosen)
  • USB-Steckdosen
  • Ladeinfrastruktur für E-Autos

Kosten: Elektrosanierung komplett: 5.000-15.000 € je nach Hausgröße und Ausstattung.

Dauer: 2-4 Wochen für vollständige Modernisierung.

Wichtig: Elektroarbeiten dürfen nur von konzessionierten Fachbetrieben durchgeführt werden!

4. Sanitäranlagen erneuern

Das Badezimmer ist einer der wichtigsten Räume im Haus - hier starten wir in den Tag und entspannen am Abend. Eine Badsanierung bringt nicht nur Komfort und Hygiene, sondern steigert auch den Immobilienwert erheblich.

Moderne Badgestaltung

Aktuelle Trends im Badbereich:

  • Bodengleiche Duschen: Barrierefrei, elegant und leicht zu reinigen
  • Freistehende Badewannen: Luxuriöses Highlight für größere Bäder
  • Wandhängende WCs: Pflegeleicht, modern und platzsparend
  • Großformatige Fliesen: Weniger Fugen, zeitlos schön
  • Naturmaterialien: Holzelemente als warmer Kontrast zu Fliesen

Was gehört zur Badsanierung?

  • Alte Fliesen entfernen und entsorgen
  • Wasserleitungen auf aktuellen Stand bringen
  • Abdichtung (besonders wichtig!)
  • Neue Fliesen oder fugenlose Wandverkleidungen
  • Moderne Sanitärobjekte installieren
  • Beleuchtungskonzept umsetzen

Für alle Produkte rund um Ihre Badsanierung finden Sie eine große Auswahl in der Kategorie Badezimmer und Sanitär - von der Armatur über Duschkabinen bis zur kompletten Badezimmereinrichtung.

Kosten:

  • Gästebad (4-6 m²): 5.000-10.000 €
  • Familienbad (8-12 m²): 12.000-20.000 €
  • Luxusbad: 25.000 € und mehr

Dauer: 2-4 Wochen je nach Umfang.

Spartipp: Lassen Sie die vorhandene Raumaufteilung unverändert - sobald Sie Wasser- und Abwasserleitungen verlegen müssen, explodieren die Kosten.

5. Dach und Fassade renovieren

Dach und Fassade schützen Ihr Haus vor Wind und Wetter - vernachlässigen Sie diese Bereiche, drohen teure Folgeschäden durch eindringende Feuchtigkeit.

Dachrenovierung

Ein gut gepflegtes Dach hält 50-80 Jahre, doch Dämmung und Eindeckung benötigen regelmäßige Überprüfung:

Notwendige Maßnahmen:

  • Dachziegel austauschen (bei Rissen oder abgebrochenen Ecken)
  • Dämmung erneuern oder erstmals einbauen (Pflicht bei größeren Dacharbeiten)
  • Dachfenster einbauen (mehr Licht im Dachgeschoss)
  • Regenrinnen und Fallrohre erneuern

Kosten Dachsanierung:

  • Nur Eindeckung erneuern: 80-120 € pro m²
  • Mit Dämmung: 150-250 € pro m²
  • Komplettsanierung mit Dachausbau: 300-500 € pro m²

Fassadensanierung

Eine gedämmte Fassade spart bis zu 30% Heizkosten und schützt die Bausubstanz:

Varianten:

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Klassiker mit hervorragender Dämmwirkung (120-180 € pro m²)
  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade: Langlebig, hochwertiger Schichtenaufbau (180-280 € pro m²)
  • Neuer Putz ohne Dämmung: Nur bei gut gedämmten Häusern sinnvoll (40-80 € pro m²)

Kosten Fassade: Für ein Einfamilienhaus (150 m² Fassadenfläche) rechnen Sie mit 15.000-35.000 € je nach System.

Dauer: 4-8 Wochen bei normalem Wetter.

Förderung: Bis zu 20% Zuschuss für energetische Fassadendämmung über KfW oder BAFA.

 

Junges Paar sitzt im renovierten Raum und streicht gemeinsam mit Malerwerkzeugen.

 

Die besten Tipps für eine günstige Hausrenovierung

Tipp 1: Eigenleistung maximieren - aber realistisch bleiben

Die größte Kostenersparnis liegt in Ihrer eigenen Arbeitskraft. Handwerkerkosten machen oft 50-60% der Gesamtkosten aus. Doch Vorsicht: Überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten nicht!

Diese Arbeiten können Sie selbst erledigen:

  • Wände streichen und tapezieren
  • Laminat oder Vinylboden verlegen
  • Fliesen legen (mit etwas Übung)
  • Entrümpelung und Entsorgung
  • Malervorbereitungen (Abkleben, Abdecken, Spachteln)
  • Einfache Gartenarbeiten
  • Möbelauf- und -abbau

Das sollten Profis übernehmen:

  • Elektroinstallationen (gesetzlich vorgeschrieben)
  • Gas- und Wasserinstallation
  • Tragende Wände verändern
  • Dacharbeiten (Absturzgefahr)
  • Komplexe Fliesenarbeiten
  • Estrich verlegen

Einsparung durch Eigenleistung: 30-50% der Gesamtkosten.

Tipp 2: Materialien clever beschaffen

Preise vergleichen lohnt sich:

  • Online-Shops sind oft 20-40% günstiger als Baumärkte vor Ort
  • Restposten und Auslaufmodelle bieten hohe Qualität zu reduzierten Preisen
  • Großpackungen sind pro Einheit günstiger
  • Musterware oder leicht beschädigte Waren (B-Ware) mit bis zu 70% Rabatt

Saisonale Schnäppchen nutzen:

  • Fliesen und Sanitär: Ende Januar/Februar (nach Messe-Saison)
  • Gartenmaterialien: Oktober/November
  • Heizungen: Sommer
  • Fenster: Nebensaison (Frühjahr/Herbst)

Aber: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Bei Dämmung, Fenstern und Elektrik sollte Qualität vor Preis gehen.

Tipp 3: Steuerliche Vorteile und Fördermittel ausschöpfen

Der Staat belohnt energetische Sanierungen großzügig:

KfW-Förderung:

  • Einzelmaßnahmen: Bis zu 20% Zuschuss (max. 12.000 € pro Wohneinheit)
  • Heizungstausch: Bis zu 45% bei Wärmepumpen
  • Sanierung zum Effizienzhaus: Bis zu 45% Zuschuss

Steuerliche Absetzbarkeit:

  • 20% der Handwerkerkosten absetzbar (max. 1.200 € pro Jahr)
  • Energetische Sanierungen: 20% der Kosten über 3 Jahre verteilt absetzbar (max. 40.000 €)

BAFA-Förderung:

  • Heizungsoptimierung: 15-20% Zuschuss
  • Erneuerbare Energien: Bis zu 45% Förderung

Wichtig: Förderanträge müssen VOR Beginn der Maßnahme gestellt werden!

Tipp 4: Phasenweise renovieren statt alles auf einmal

Verteilen Sie Ihre Renovierung auf mehrere Jahre:

  • Jahr 1: Fenster und Heizung (energetische Basis)
  • Jahr 2: Bad und Böden
  • Jahr 3: Küche und Außenanlagen

Vorteile:

  • Finanzielle Belastung verteilt sich
  • Sie können aus Fehlern lernen
  • Mehr Zeit für Materialsuche und Planung
  • Förderungen können mehrfach genutzt werden

Kleines Haus renovieren - Tipps für mehr Raum

Gerade kleine Häuser profitieren enorm von durchdachten Renovierungsmaßnahmen. Mit den richtigen Tricks lassen Sie Räume größer und luftiger wirken:

Farbgestaltung für mehr Weite

  • Helle, zurückhaltende Farben an Wänden und Decken (Weiß, Beige, Hellgrau)
  • Einheitliche Böden durch alle Räume schaffen optische Großzügigkeit
  • Decke in hellerem Ton als die Wände streichen (wirkt höher)
  • Große Spiegel vergrößern Räume optisch

Licht als Raumvergrößerer

  • Große Fenster oder zusätzliche Fenster einbauen
  • Bodentiefe Fenster schaffen fließende Übergänge nach außen
  • Mehrere dezentrale Lichtquellen statt einer Deckenlampe
  • Dimmbare Beleuchtung für verschiedene Stimmungen

Clevere Raumnutzung

  • Bodengleiche Duschen ohne Abtrennung wirken großzügig
  • Wandhängende Sanitärobjekte schaffen Bodenfläche
  • Einbauschränke und Nischen nutzen
  • Multifunktionale Möbel (Schlafsofa, ausziehbarer Esstisch)
  • Hohe Decken durch Entfernen abgehängter Decken nutzen

Offene Grundrisse

  • Nicht-tragende Wände entfernen schafft Großzügigkeit
  • Halb-offene Lösungen mit Raumteilern oder Schiebetüren
  • Durchreichen zwischen Küche und Wohnbereich

Vertikalen Raum nutzen

  • Hohe Regale und Schränke bis zur Decke
  • Hochbetten oder Galerien bei ausreichender Raumhöhe
  • Hängende Aufbewahrung statt stehender Möbel

Haus renovieren - was kostet es wirklich?

Hier finden Sie eine realistische Übersicht der Renovierungskosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (120 m² Wohnfläche):

Art der Renovierung

Umfang

Kosten (grobe Schätzung)

Softe Renovierung

Malerarbeiten, Kleinreparaturen, Verschönerungen

500 - 5.000 €

Teilrenovierung

Einzelne Räume (Bad/Küche) oder Bereiche (Fenster, Böden)

5.000 - 20.000 €

Umfassende Renovierung

Mehrere Bereiche, neue Heizung, Elektrik teilweise

20.000 - 50.000 €

Kernsanierung

Koplettsanierung inkl. Haustechnik, Dämmung

50.000 - 100.000 €

Luxus-Komplettsanierung

Hochwertige Materialien, smarte Haustechnik, Designer- Ausstattung

100.000 € und mehr

Kostenbeispiele für einzelne Gewerke:

Bereich

Durchschnittliche Kosten

Wände streichen (pro m²)

5 - 15 € (DIY) / 20 - 40 € (Maler)

Laminat verlegen (pro m²)

25 - 45 € inkl. Material

Badrenovierung komplett

8.000 - 20.000 €

Küche erneuern

10.000 - 30.000 €

Alle Fenster austauschen

8.000 - 15.000 €

Neue Heizung

10.000 - 25.000 €

Dachdämmung

12.000 - 25.000 €

Fassadendämmung

15.000 - 35.000 €

Elektrik komplett erneuern

8.000 - 15.000 €

Faustregel: Rechnen Sie für eine solide Renovierung mit 400-700 € pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer Kernsanierung können es auch 1.000-1.500 € pro m² werden.

 

Junge Frau arbeitet mit einer Bohrmaschine an einem Holzstück in einem frisch renovierten Raum.

 

Fazit: Mit Plan und Geduld zum Traumhaus

Eine Hausrenovierung ist zweifellos eine Herausforderung - aber auch eine unglaublich lohnende Investition in Ihre Zukunft. Mit der richtigen Planung, realistischem Budget und einer durchdachten Priorisierung verwandeln Sie selbst das betagteste Haus in ein energieeffizientes, komfortables und wertvolles Zuhause.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren auf einen Blick:

  • Beginnen Sie mit einer gründlichen Bestandsaufnahme
  • Holen Sie professionelle Gutachten ein
  • Priorisieren Sie energetische Maßnahmen (zahlen sich langfristig aus)
  • Nutzen Sie alle verfügbaren Förderungen
  • Kombinieren Sie Eigenleistung mit Fachbetrieben
  • Planen Sie großzügig Zeit und Budget
  • Renovieren Sie phasenweise, wenn nötig

Denken Sie daran: Jede Renovierung beginnt mit dem ersten Schritt. Selbst kleine Verbesserungen steigern Wohnqualität und Immobilienwert. Mit hochwertigen Materialien, fachgerechter Ausführung und einem klaren Konzept schaffen Sie ein Zuhause, in dem Sie sich rundum wohlfühlen - für die nächsten Jahrzehnte.

Starten Sie jetzt Ihre Renovierungsplanung und verwirklichen Sie Ihren Wohntraum!

FAQ zur Hausrenovierung

Was ist billiger, sanieren oder neu bauen?

Pauschale Antwort: Sanieren ist fast immer günstiger als Neubau - vorausgesetzt, die Bausubstanz ist noch solide. Eine umfassende Sanierung kostet etwa 1.000-1.500 € pro m², während ein Neubau mit 2.000-2.500 € pro m² zu Buche schlägt. Zudem sparen Sie bei der Sanierung die Grundstückskosten und können oft früher einziehen. Ist die Bausubstanz jedoch stark geschädigt (Feuchtigkeitsschäden, Schimmel, marode Statik), kann Neubau die wirtschaftlichere Wahl sein.

Wann lohnt sich eine Sanierung nicht mehr?

Eine Sanierung lohnt sich nicht mehr, wenn:

  • Die Kosten 70-80% eines Neubaus übersteigen
  • Tragende Wände massive Schäden aufweisen
  • Das Fundament absackt oder unterspült ist
  • Schwamm oder extreme Feuchtigkeit die gesamte Bausubstanz betreffen
  • Die Grundstücksgröße oder Lage einen Neubau deutlich attraktiver machen

Lassen Sie im Zweifelsfall einen Bausachverständigen eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen.

Was erhöht den Wert eines Hauses?

Die größten Wertsteigerungen bringen:

  1. Energetische Sanierung (neue Fenster, Dämmung, moderne Heizung): +15-25%
  2. Modernisierte Küche und Bäder: +10-15%
  3. Zusätzlicher Wohnraum (ausgebauter Dachboden, Wintergarten): +15-20%
  4. Smarte Haustechnik und Sicherheitssysteme: +5-10%
  5. Gepflegter Garten und Außenanlagen: +5-10%

Wann lohnt es sich, ein Haus zu renovieren?

Eine Renovierung lohnt sich besonders:

  • Vor dem Verkauf (gepflegte Häuser erzielen 10-20% höhere Preise)
  • Nach dem Kauf eines Altbaus (günstiger Einkaufspreis kompensiert Renovierungskosten)
  • Bei stark gestiegenen Energiekosten (Amortisation in 10-15 Jahren)
  • Wenn Sie langfristig im Haus bleiben möchten (Komfortgewinn)
  • Bei verfügbaren Fördermitteln (effektive Kostensenkung um 20-45%)

Was sollte man zuerst sanieren, das Dach oder die Fassade?

Immer zuerst das Dach! Begründung: Ein undichtes Dach verursacht Feuchtigkeitsschäden, die von oben nach unten wandern. Sanieren Sie erst die Fassade, kann eindringendes Regenwasser über das Dach die frisch sanierte Fassade von innen durchfeuchten. Die richtige Reihenfolge lautet: Dach → Fenster → Fassade → Heizung → Innenausbau.

Wie lange hält ein saniertes Haus?

Bei fachgerechter Sanierung und regelmäßiger Wartung:

  • Dach: 50-80 Jahre
  • Fassade: 30-50 Jahre
  • Fenster: 30-40 Jahre
  • Heizung: 15-25 Jahre
  • Elektrik: 30-40 Jahre
  • Bad/Küche: 20-30 Jahre

Ein gut saniertes Haus kann problemlos weitere 50-100 Jahre bewohnt werden.

Wie viel Geld sollte man für die Renovierung einplanen?

Grundregel: Mindestens 1% des Hauswerts jährlich für Instandhaltung zurücklegen. Bei einem Haus im Wert von 300.000 € sind das 3.000 € pro Jahr. Für eine umfassende Renovierung planen Sie:

  • Alter des Hauses: 20-40 Jahre: 30.000-50.000 €
  • Alter des Hauses: 40-60 Jahre: 50.000-80.000 €
  • Alter des Hauses: über 60 Jahre: 80.000-120.000 €

Sichern Sie sich außerdem 15-20% Puffer für Unvorhergesehenes.

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